31. Juli 2012

Web-Analytiker Shirky über Demokratie als Software-Problem

Man kann vom Internet das Streiten lernen. Diese Meinung vertritt der Internet-Theoretiker Clay Shirky im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Er ist der Ansicht, dass die Qualität einer Demokratie immer auch von der Qualität ihrer Streitigkeiten abhängt. Neue Medien hätten diese Qualität immer verbessert. Wie beim Buchdruck auch seien plötzlich mehr Ideen im Umlauf und es habe mehr Möglichkeiten gegeben, anderer Meinung zu sein.

Aber die Demokratie könne auch von dem Open-Source-Prinzip lernen. Dabei arbeiten viele Programmierer zusammen an einer Software mit einem öffentlichen Quellcode. Shirky zufolge eignet sich das als Vorbild für die Arbeit an Gesetzestexten. So ermögliche das System "Git" mehreren Programmierern, gleichzeitig an einem Projekt zu arbeiten. Das Systeme führe die Ergebnisse hinterher zusammen. Angewandt auf die Erstellung von Gesetzestexten, werde dann deutlich, wer wann welche Gesetze initiiert und geschrieben habe. So könne auch der Einfluss von Lobbyisten nachvollzogen werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)