31. Juli 2012
Es soll ja auch Vorteile haben, eine Frau zu sein. Gesetzt den Fall, es gehe ein Schiff unter, werden angeblich immer Frauen und Kinder zuerst gerettet. Schwedische Forscher räumen jetzt mit diesem Mythos auf. Sie werteten Daten von 18 Schiffsunglücken aus, an denen mehr als 15.000 Menschen aus 30 Nationen beteiligt waren. Das Ergebnis fassen sie in der Fachzeitschrift "PNAS" wie folgt zusammen: Jeder ist sich selbst der nächste. Frauen haben demnach grundsätzlich schlechtere Überlebenschancen als Männer, Kinder gar die schlechtesten. Nur beim Titanic-Unglück und einem weiteren Schiffsuntergang seien anteilig mehr Frauen gerettet worden als Männer. Insgesamt seien die Überlebenschancen der Frauen aber gestiegen, wenn der Kapitän den ausdrücklichen Befehl "Frauen und Kinder zuerst" ausgesprochen habte.
Den Forschern zufolge ist der Abstand bei den Überlebenschancen zwischen Frauen und Männern seit dem Ersten Weltkrieg geschrumpft. Das sei unter anderem auf das gestiegene soziale Ansehen der Frauen zurückzuführen und auf deren größere Selbstständigkeit.
Die Untersuchung zeigte außerdem: Crewmitglieder überleben deutlich häufiger als Passagiere.
DOI: 10.1073/pnas.1207156109
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)