31. Juli 2012

Menschenaffenrechte könnten ethisches Problem sein

Das Erbgut von Mensch und Schimpanse ist zu 98,5 Prozent identisch. Und mit den Menschenaffen verbindet uns noch mehr - unter anderen das Mitgefühl und kulturelle Traditionen.

Deswegen fordert das "Great Ape Project" schon seit längerem internationale Menschenaffenrechte. Weil sich die Aktivisten seit dem vergangenem Jahr wieder verstärkt dafür einsetzen, hat "Zeit Wissen" mögliche Probleme analysiert. Juristisch gesehen seien Menschenaffenrechte kein großes Problem: Die Tiere könnten ihre Rechte zwar nicht selbst einklagen, aber dafür könnte man Vertreter ernennen.

Ethisch allerdings sei die Initiative kritisch. Laut "Zeit Wissen" könnte man den Vorwurf des Speziesismus erheben - sozusagen Rassismus auf der höheren Ebene der Arten. Mit Menschenaffenrechten würde schließlich einzelnen Tieren ein Sonderstatus verliehen, nur weil sie uns besonders ähnlich seien. Aber auch bei Elefanten, Elstern oder Delfinen gebe es Hinweise auf ein individuelles Selbstbewusstsein.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)