1. August 2012

Malaria-Impfstoff macht Erreger noch aggressiver

Impfstoffe sollen Leben retten, aber sie können auch krank machen. Tier-Versuche US-amerikanischer und australischer Forscher deuten darauf hin, dass Impfungen gegen Malaria die tödliche Infektionskrankheit noch gefährlicher machen könnten. Sie entdeckten, dass eine Substanz, die in vielen möglichen Impfstoffen enthalten ist, die Entstehung noch aggressiverer Erreger fördert.

Die Wissenschaftler schreiben im Fachmagazin "PloS Biology", dass ungeimpfte Mäuse, die sich bei geimpften Artgenossen mit dem Malaria-Erreger Plasmodium chabaudi ansteckten, deutlich schwerer erkrankten als durch den ursprünglichen Parasitenstamm. Eine Impfung mit dieser Substanz fördere offenbar Genveränderungen beim Erreger, die ihn noch aggressiver machten.

Gegen die Malaria beim Menschen gibt es bisher keine Impfung. Weltweit werden zurzeit mehrere Wirkstoffe in klinischen Studien getestet. In mindestens zehn dieser Kandidaten sei die jetzt im Mäuseversuch geteste Substanz AMA-1 enthalten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)