1. August 2012

Olympia: Wissenschaftler zweifeln an der Wirkung von Kinesio-Tapes

Sie kleben am Hintern der olympischen Volleyballspielerin Ilka Semmler und an den Oberschenkeln der Handballerin Johanna Wiberg - bunte Klebestreifen, die angeblich eine schmerzlindernde Wirkung haben. Wissenschaftler zweifeln allerdings an der Kraft der sogenannten Kinesio-Tapes. Ein Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift "Sports Medicine" kommt zu dem Schluss, dass Kinesio-Tapes anderen Klebebändern kaum überlegen seien. Dafür gebe es nur wenige Anhaltspunkte.

Kritisch äußerten sich auch Forscher aus London und Bredfordshire. Sie seien skeptisch, was den angeblichen Wirkmechanismus der Tapes betrifft. Allerdings sagten sie, die Klebebänder könnten den Sportlern durchaus helfen, und zwar durch den Placebo-Effekt.

Ein Vertreter der britischen Abteilung der Marke Kinesio verteidigt dagegen sein Produkt. Ihm zufolge werden zukünftige Studien zeigen, dass es bei Schmerzen und Schwellungen helfen kann. Er räumte allerdings ein, dass das Klebeband keine Zauberkraft besitzt: Es mache niemanden zum Supermann.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)