1. August 2012
Ein Frühstücks-Verzicht hat in Frankreich eine Debatte über das Fasten im Ramadan ausgelöst. Die Stadt Gennevilliers in der Nähe von Paris hatte vor eineinhalb Wochen mehrere Jugendbetreuer suspendiert, weil sie gefastet hatten. Begründung: In ihrem Arbeitsvertrag habe auch das gemeinsame Essen mit den Kindern gestanden. Außerdem habe vor drei Jahren ein fastender Betreuer einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem mehrere Kinder verletzt worden seien.
Der islamische Dachverband in Frankreich kritisierte die Entscheidung scharf - das sei Diskriminierung. Der Anwalt der entlassenen Erzieher erklärte, es sei falsch, dass jemand seine Arbeit nicht korrekt erledigen könne, nur weil er seinen religiösen Pflichten nachgehe.
Die Stadt will in der Diskussion nun für Beschwichtigung sorgen. Die Essens-Vorschrift des Arbeitsvertrags soll im August nicht zur Anwendung kommen. Die suspendierten Betreuer würden dennoch komplett bezahlt. Ihr Vertrag ist ohnehin zum Monatsende gestern ausgelaufen.
Der Ramadan läuft noch bis Mitte August.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)