1. August 2012
Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht. Das sollten Industrieländer bedenken, wenn sie medizinische Ausrüstung spenden. Britische Forscher haben in einer Studie gezeigt: Die geschenkten Geräte können in Entwicklungsländern oft nicht angewendet werden. Dort seien dauerhaft bis zu 40 Prozent der medizinischen Apparate außer Betrieb, in den Industrieländern sei davon nur ein Prozent betroffen. Der Grund dafür sei, dass oft das Falsche gespendet werde. So konnte beispielsweise ein Krankenhaus in Gambia ein gespendetes Gerät zur Konzentration von Sauerstoff nicht benutzen, weil das örtliche Stromnetz nicht die richtige Spannung hatte. Ärzte in Nicaragua bekamen Operationslampen - konnten sich aber die teuren Spezialbirnen dafür nicht leisten. Die Forscher fordern die Industrieländer auf, besser über ihre medizinischen Spenden nachzudenken. In einigen Nationen machten diese immerhin 80 Prozent aller Medizingüter aus. Nötig seien weniger High-tech, sondern beispielsweise Einweg-Spritzen und einfache Prothesen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)