2. August 2012
Ist sie einmal ausgebrochen, ist die Tollwut immer tödlich. Das glaubten Mediziner zumindest bis jetzt. Doch es scheint Menschen zu geben, die gegen die Krankheit immun sind - und zwar von Geburt an. Dabei handelt es sich um Angehörige zweier Volksstämme aus dem peruanischen Amazonasgebiet.
US-Wissenschaftler hatten das Erbgut von 63 dieser Menschen untersucht. Im Fachmagazin "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" schreiben sie, bei etwa zehn Prozent der Proben habe man Antikörper gefunden. Diese hätten nur entstehen können, weil die ungeimpften Menschen eine Tollwut-Infektion überstanden hätten. Mit den Erkenntnissen lasse sich vielleicht eine Therapie gegen die Krankheit entwickeln.
Die Tollwut wird normalerweise von Wildtieren übertragen - besonders von Füchsen. In Deutschland gilt die klassische Variante als ausgestorben, es ist aber möglich, sich durch den Biss einer Fledermaus anzustecken. Infizierte haben eigentlich nur eine Überlebenschance, wenn sofort eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe verabreicht wird. Das ist eine Art nachträglicher Impfung. Wenn das nicht passiert, verläuft die Tollwut praktisch immer tödlich.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)