3. August 2012

Griechen posten ihre Korruptionsgeschichten im Netz

Der Frust der Griechen über die Korruption in ihrem Land hat eine Internetseite zeitweise lahmgelegt. Dabei handelt es sich um ein Projekt des ehemaligen Politikers Theodoros Pangalos. Er hatte die Seite eingerichtet, auf der Bürger über ihre Erfahrungen mit Bestechlichkeit und Schmiergeldern berichten sollen. Daraufhin machten unzählige Menschen ihrem Ärger Luft. Sie berichteten von Ärzten und Krankenschwestern, die ohne Schmiergeld keine Geburtshilfe leisten oder über ein Finanzamt, in dem man sich einen Platz ganz vorne in der Warteschlange kaufen konnte - für 20 bis 30 Euro. Die "typischsten" Bestechungs-Geschichten sollen demnächst in einem Buch veröffentlicht werden. Die Seite hatte zeitweise so viele Besucher, dass die Server unter dem Ansturm zusammenbrachen.

Ähnliche Projekte gibt es beispielsweise auch in Indien. Dort können User auf der Seite "Ipaidabribe.com" - übersetzt "Ich habe bestochen" - von ihren Erfahrungen berichten und auch die aktuellen "Preise" für Dienstleistungen in Behörden und Verwaltung einstellen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)