3. August 2012
Wer in Chinas öffentlichen Krankenhäusern eine bessere Behandlung bekommen will, überreicht dem Arzt einen roten Umschlag mit Bargeld. Um diese weit verbreitete Praxis zu unterbinden, hat das Gesundheitsministerium nun eine Richtlinie gegen Ärztebestechung vorgelegt.
Demnach müssen Ärzte und Patienten nun bereits vor dem Krankenhausaufenthalt eine "Anti-Bestechungs-Vereinbarung" unterzeichnen. Damit wolle man eine Gleichbehandlung aller Patienten erreichen und ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient aufbauen. Außerdem wolle man einer unnötigen Überbehandlung mit teuren Medikamenten vorbeugen.
Besonders vor schweren Operationen ist es in vielen chinesischen Krankenhäusern üblich, den behandelnden Arzt privat zu bezahlen, vor allem um Ärztefehler zu vermeiden. Diese Bestechungspraxis hat in der Vergangenheit vielfach zu öffentlicher Kritik und sogar zu Gewalttätigkeiten gegenüber dem Krankenhauspersonal geführt. Auch Pharmakonzerne und Hersteller von Medizintechnik zahlen Ärzten in China häufig großzügige aber illegale Boni, wenn sie deren Produkte in ihrem Krankenhaus verwenden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)