3. August 2012
Der Ausdruck "neapolitanische Summen" wird im Polnischen sprichwörtlich für Schulden verwendet, deren Erstattung nicht mehr zu erwarten ist. Denn ursprünglich hatte Polen das Geld, von dem sich der Ausdruck ableitet, im 16. Jahrhundert an Spanien verliehen. Damit finanzierte das Land einen Krieg gegen Frankreich, bei dem es unter anderem um die Herrschaft im Königreich Neapel ging. Spanien zahlte allerdings nur einen Bruchteil der Schulden zurück. Weil der Vorgang so weit in der Vergangenheit liegt, erwartet heute eigentlich niemand mehr eine Rückzahlung.
Außer dem polnischen Abgeordneten Marek Pozanski. Er hat das Außenministerium seines Landes gebeten, sich mit dem Darlehen zu befassen. Ihm zufolge entsprechen die 430.000 Golddukaten von einst rund 57 Millionen Euro. Experten gehen allerdings davon aus, dass die polnischen Forderungen inzwischen verjährt sind.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)