6. August 2012
Heute vor 67 Jahren warfen die Amerikaner eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Der NATO-Mitarbeiter Michael Rühle beschäftigt sich heute in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit der nuklearen Abschreckung. Rühle ist Leiter des Referats Energiesicherheit der NATO-Abteilung für neue Sicherheitsherausforderungen in Brüssel.
Er schreibt über eine Debatte über die Bedeutung von Atomwaffen, die von amerikanischen Politikwissenschaftlern angestoßen worden sei. Sie wollten beweisen, dass diese Waffen militärisch bedeutungslos seien und deshalb abgeschafft werden könnten. Sie argumentierten unter anderem, dass Japan nach dem Atombomben-Abwurf nicht sofort kapituliert hätte, sondern erst Tage später.
Das, so Rühle, erweise sich bei näherem Hinsehen als absichtsvoll-fahrlässige Geschichtsklitterei. Die Wissenschaftler interpretierten lange zurückliegende Ereignisse durch ein Prisma aktueller Wunschvorstellungen. Sie nähmen keine Rücksicht auf den Erkenntnishorizont der damals Handelnden - etwa die damalige Annahme der Japaner, dass die Amerikaner nur genug Uran für eine Bombe hätten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)