7. August 2012

Talactoferrin: Klinische Tests können keine Wirksamkeit bei Lungenkrebs belegen

Es ist ein Lehrstück darüber, wie ein wissenschaftliches Ergebnis ein Unternehmen in Schwierigkeiten bringen kann. Der Kurs der Pharmafirma Agennix ist an den Börsen eingebrochen - die Aktien verloren bis zu Dreiviertel ihres Wertes. Der Grund: Die Ergebnisse einer klinischen Studie. Darin hatte das Unternehmen seinen neuen Hoffnungsträger, den Wirkstoff Talactoferrin getestet. Das Medikament sollte bei der Behandlung von Lungenkrebs eingesetzt werden. In der dritten Stufe der klinischen Tests konnte allerdings nicht nachgewiesen werden, dass es tatsächlich hilft. Im Gegenteil: Patienten, die ein wirkungsloses Placebo-Präparat bekamen, lebten im Schnitt sogar etwas länger als solche, die mit Talactoferrin behandelt wurden.

Nach Bekanntwerden der Ergebnisse, zogen sich zahlreiche Anleger von Agennix zurück. Sie hatten gehofft, dass Talactoferrin dem Unternehmen bald große Gewinne bescheren würde. Es ist bereits das zweite Mal, dass der Wirkstoff in klinischen Tests nicht überzeugt: Eine Untersuchung zu Blutvergiftungen musste bereits abgebrochen werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)