9. August 2012

Mathematik-Professor: Verhältniswahlrecht ist eine Herausforderung

"Das personalisierte Verhältniswahlrecht mit seinen verschiedenen Varianten ist eine echte mathematische Herausforderung." Das schreibt der Mathematik-Professor Christian Hesse von der Universität Stuttgart in der "Süddeutschen Zeitung". Selbst viele Staatsrechtler würden dadurch an ihre Grenzen geführt. Hesse hat als Sachverständiger an der Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts teilgenommen, bei der die Richter das jetzige Wahlgesetz für verfassungswidrig erklärt haben. Er meint, die Parteien stünden nun vor einer schwierigen Aufgabe, die zudem noch unter Zeitdruck erledigt werden müsse.

Hesse schlägt einige Möglichkeiten vor, zum Beispiel, dass man ab dem 16. Überhangmandat Ausgleichsmandate für andere Parteien vergeben könnte - nach einem fairen Verfahren und so, dass der Bundestag nicht aufgebläht werde. Aber egal welches Modell am Ende realisiert werde: Niemand könne heute wissen, wie es sich auf die Verteilung der Mandate auswirken werde.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)