13. August 2012
Ärzte stehen bei Transplantationen in Deutschland zu sehr unter Druck - allerdings nicht medizinisch, sondern finanziell.
Das sagt Helmut Arbogast, der künftige Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), in der "taz". Demnach sei der wirtschaftliche Druck, der von Controllern auf Krankenhausärzte ausgeübt werde, immens. Bereits zu Jahresanfang müssten die Kliniken verbindliche Prognosen über die Anzahl ihrer Transplantationen treffen. Mit jeder Transplantation sei eine Fallpauschale, also ein fester Geldbetrag für die Klinik, verbunden. Erfüllten sie diese Prognosen nicht, habe dies negative finanzielle Auswirkungen.
In Deutschland gibt es 48 Transplantationszentren. In den vergangenen Wochen war bekannt geworden, dass Ärzte Patientendaten manipuliert haben, um schneller an Spenderorgane zu kommen. In Deutschland haben nur 14 Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis. 12.000 Menschen warten auf ein Spenderorgan.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)