13. August 2012

Richard David Precht über die Pflicht der Philosophen

Philosophen müssten gezwungen werden, gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren.

So sieht es der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht. In der "Frankfurter Rundschau" sagte er, Deutschland leiste sich zig philosophische Lehrstühle, ohne von ihnen einen Input für die Gesellschaft zu erwarten. Sowohl die analytische Philosophie als auch die Philosophiegeschichte trage oft nicht das Geringste dazu bei, drängende Probleme wie etwa die Zukunft der Finanzmärkte zu diskutieren. Es gebe nur sehr wenige, weitgehend unbekannte Philosophen, die sich mit solchen Themen befassten. Ein großes Problem sei auch die Wissenschaftssprache, die zu kompliziert sei.

Auf die Frage, ob und wie Philosophen Politiker beraten könnten, sagte Precht, Politiker hätten schlicht keine Zeit und keine Möglichkeit, sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen. Nach einem 16-Stunden-Tag könne man das von Bundeskanzlerin Angela Merkel auch nicht erwarten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)