14. August 2012

Klimawandel in Südamerika ließ Mumienkult entstehen

Sie waren die ersten Menschen, die ihre Toten als Mumien begruben. Das Volk der Chinchorro lebte während der Steinzeit entlang der südamerikanischen Westküste. Ein internationales Forscherteam hat jetzt aufgeklärt, warum die Menschen vor 7.000 Jahren anfingen, ihre Toten zu mumifizieren. Nach Angaben der Wissenschaftler waren zwei Faktoren entscheidend: Ein günstiges Klima schuf damals viele Wasserläufe in Küstennähe. Die als Nomaden lebenden Chinchorro hatten deshalb reichlich Wasser und Nahrung zur Verfügung. Als Folge wurden sie sesshafter und bildeten größere Gruppen. Diese Konstellation gilt als besonders günstig für kulturelle Innovationen.

Gleichzeitig sorgte die trockene Luft der nahen Atacamawüste dafür, dass Tote nicht verwesten, sondern vertrockneten. Durch den Anblick solcher natürlich entstandener Mumien kamen die Chinchorro nach Vermutung der Forscher auf die Idee, ihre Toten gezielt zu mumifizieren. Das Beispiel zeige, wie eng die Entwicklung der menschlichen Kultur mit dem Klima und anderen Umweltfaktoren verknüpft sei.

Die Studie ist im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)