14. August 2012
Es ist eine Grundsatzkritik. Der Istanbuler Archäologe Edhem Eldem beklagt Versäumnisse beim Umgang der Türkei mit ihrem historischen Erbe.
In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" schreibt er, allzu oft würden Ausgrabungsstätten wirtschaftlichen Interessen geopfert - etwa beim Bau von Staudämmen. Museen und Wissenschaftler ständen auch unter Druck, touristisch verwertbare Ergebnisse zu produzieren. Außerdem werde die Archäologie von Politik und Öffentlichkeit missbraucht, um die türkische Nationalidentität zu stützen. Das führe dazu, dass das antike Erbe der anatolischen Zivilisationen von der Regierung vernachlässigt werde.
Eldem appelliert an seine Kollegen im In- und Ausland, dem Druck standzuhalten und die Autonomie ihres Faches zu verteidigen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)