14. August 2012

Nach Fukushima-Unglück: Mutationen bei Schmetterlingen

Nach dem Gau im japanischen Fukushima ist es zu Missbildungen bei Schmetterlingen in der Umgebung des Atomkraftwerks gekommen. Das haben Forscher der Ryukyu-Universität in Okinawa herausgefunden. Wie sie in der Fachzeitschrift "Scietific Reports" schreiben, untersuchten sie Schmetterlinge aus der Familie der Bläulinge. Rund zwölf Prozent der Tiere, die im Larven-Stadium gewesen seien als die Radioaktivität ausgetreten sei, hätten Missbildungen wie kleinere Flügel oder Deformationen an den Augen.

Die Forscher züchteten die Insekten in einem Labor weiter. Dabei hätten 18 Prozent der Nachkommen ebenfalls Mutationen gezeigt. In der dritten Generation habe der Anteil der Tiere mit Missbildungen bei 34 Prozent gelegen - obwohl eines der Elternteile jeweils aus einer anderen Population stammte. Den Forschern zufolge belegt ihre Untersuchung, dass die in Fukushima freigesetzte Radioaktivität das Erbgut der Schmetterlinge geschädigt hat. Die Erkenntnisse könnten allerdings nicht einfach auf andere Tierarten oder auf den Menschen übertragen werden.

Bei dem Erdbeben und einer anschließenden Flutwelle am 11. März 2011 war das Akw Fukushima schwer beschädigt worden. Es kam zur Kernschmelze in drei Reaktoren, große Gebiete wurden radioaktiv verseucht. Es war der schwerste Atomunfall seit dem Tschernobyl-Unglück 1986.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)