14. August 2012
Die Kritik an der Bologna-Reform nimmt zu. Wie Gesine Schwan, die Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance, im Deutschlandfunk sagte, teilt sie die Position von Horst Hippler, dem Präsidenten der Hochschulrektoren-Konferenz. Der hatte in der "Süddeutschen Zeitung" beklagt, dass Universitäten mit dem Bachelor keine ausreichende Bildung vermittelten. Schwan ist der Ansicht, junge Menschen brauchten Zeit, um Urteilskraft und eigene Gedanken zu entwickeln. Derzeit fehle ihnen sogar die Zeit für ein Auslandssemester. Sie betonte zudem, dass alle Studierenden die Möglichkeit haben müssten, nach dem Bachelor den Master zu machen.
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb schloss sich der kritischen Bilanz an und rief Bundesbildungsministerin Annette Schavan auf, nicht alles schönzureden. Schavan zog eine positive Bilanz der Bologna-Reform.
Im Zuge der Reform haben rund 50 Staaten ihre Hochschulsysteme angeglichen. Zehn Jahre danach sind fast 90 Prozent der deutschen Studiengänge auf die neuen Abschlüsse umgestellt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)