14. August 2012
Welches Verhältnis hatten Neandertaler zu den ersten modernen Menschen? Diese Frage wird unter Anthropologen heiß diskutiert. Tatsache ist: Etwa vier Prozent der Gene von Nicht-Afrikanern findet man auch beim Neandertaler. Das wird von Wissenschaftlern unterschiedlich interpretiert: Eine Studie der Harvard Medical School erklärt das damit, dass Neandertaler und moderne Menschen gemeinsame Kinder hatten. Eine jetzt im Fachmagazin "PNAS" publizierte Untersuchung aus Cambridge geht von einem gemeinsamen Vorfahren aus, der etwa vor einer halben Million Jahren in Afrika gelebt haben müsse.
Genetisch betrachtet habe es innerhalb dieser Spezies bereits Unterschiede gegeben, vergleichbar etwa mit denen heutiger Nord- und Südeuropäer. Das erkläre auch, warum Nicht-Afrikaner genetisch betrachtet mehr mit Neandertalern gemeinsam hätten als Afrikaner. Es hätten eben nur einige Populationen den afrikanischen Kontinent verlassen, um in Asien und Europa zu siedeln.
Die Autorin der Cambridge-Studie räumt aber ein: Einen endgültigen Gegenbeweis für die Theorie ihrer Kollegen könne es wohl nie geben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)