15. August 2012

Suizidrate kann bei Krisen um 15 Prozent steigen

Große Krisen können zu mehr Selbstmorden führen. Zwei Gruppen von Wissenschaftlern haben das unabhängig voneinander nachgewiesen - und zwar für die Wirtschaftskrise in Großbritannien und für Trockenperioden in Australien.

Vor der Finanzkrise in Großbritannien 2007 war die Selbstmordrate zwanzig Jahre lang gesunken, danach stieg sie parallel zur Arbeitslosenrate an und fiel 2010 wieder mit ihr ab. Die britischen Forscher sehen rund ein Viertel der Selbstmorde in der Krise als deren direkte Folge an.

Unabhängig davon fanden australische Forscher einen Zusammenhang zwischen Dürreperioden und dem Selbstmordrisiko von Bauern und Landarbeitern. Es habe zwischen 1970 und 2007 in den Trockenzeiten jeweils um 15 Prozent höher gelegen.

Männer sind beiden Studien zufolge anfälliger für Selbstmorde als Frauen. Eine Erklärung dafür ist, dass sie seltener professionelle Hilfe gegen Depressionen in Anspruch nehmen.

Die beiden Studien erschienen in der medizinischen Fachzeitschrift "BMJ" und den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)