15. August 2012
Tunesien tut sich bei der Aufarbeitung seiner Diktaturvergangenheit schwer. Zu diesem Schluss kommt Hubertus Knabe, der Direktor der Berliner Gedenkstätte Hohenschönhausen für Stasi-Opfer. Er schreibt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", zwar habe Tunesien zwei Untersuchungskommissionen eingerichtet. Die Ergebnisse der Kommission über das brutale Vorgehen gegen Demonstranten während der Revolution 2010/2011 seien aber bis heute geheim - ebenso wie die Dokumente der Geheimpolizei. Und über die Gräueltaten vor der Revolution sei bisher noch kaum gesprochen worden.
Knabe berichtet auch von neuer Gewalt gegen Demonstranten in Tunesien. Menschenrechtler fürchteten, dass Folter nicht einfach verschwinde. Man müsse zu den Ursachen vordringen und Folterer vor Gericht stellen, um ein Unrechtsbewusstsein zu schaffen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)