15. August 2012
Was Menschen unfair finden, sehen Menschenaffen unter Umständen ganz anders. Schimpansen und Bonobos haben nämlich nach Ergebnissen deutscher Forscher keinen besonderen Sinn für Fairness. Die Anthropologen ließen sie das Ultimatum-Spiel spielen. Dabei darf ein Affe entscheiden, ob er von zehn Weintrauben seinem Partner die Hälfte oder nur zwei überlässt. In allen Fällen nahm er acht Trauben, und sein Partner gab sich mit zwei zufrieden. Menschen entscheiden sich meist anders. Wenn sie sich unfair behandelt fühlen, weil der Partner die meisten Trauben nimmt, wollen sie oft gar keine.
Die Forscher schreiben in den "Biology Letters", dass sowohl Schimpansen als auch Bonobos das Konzept des Besitztums nicht kennen, dass sie klaglos alles annehmen, was sie bekommen, und nicht mehr verlangen. Sie vermuten, dass vielleicht nur Menschen ein Empfinden für Fairness haben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)