16. August 2012
Patient sucht, Vermittler findet. Nach diesem Prinzip sind in Deutschland laut Schätzungen mehrere hundert Patientenvermittler tätig. In der Diskussion um die Organspende stehen auch sie jetzt in der Kritik.
Sie vermitteln ausländische Patienten an deutsche Kliniken. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Bestechung. Möglicherweise hat ein Vermittler einen Göttinger Arzt bezahlt, um für einen russischen Patienten schneller an ein Spenderorgan zu gelangen.
In der "Frankfurter Rundschau" kritisiert der Bonner Wirtschaftswissenschaftler Jens Juszczak die seiner Ansicht nach intransparenten Methoden der Vermittler. Wenn zum Beispiel Patienten einen Spender aus dem Ausland mitbrächten, könne der operierende Arzt nicht wissen, ob der Spender das freiwillig mache. Juszczak fordert, ähnlich wie bei Versicherungsagenturen müsse es auch für Patienvermittler ein staatlich anerkanntes Zulassungsverfahren geben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)