16. August 2012
Bei den Wirbeltieren gab es bislang keinen Beweis für einen "horizontalen Gentransfer". Darunter verstehen Forscher eine Weitergabe von Genen über die Artgrenze hinweg - und zwar innerhalb derselben Generation. Jetzt hat ein Team von Wissenschaftlern der Universität Konstanz etwas offenbar Einzigartiges beobachtet, und zwar bei Neunaugen. Das sind aal-ähnliche Wirbeltiere, die sich an einem Wirts-Fisch festsaugen und sich von dessen Blut und Körpersäften ernähren. Die Forscher stellten fest, dass bei diesem Kontakt ein Gen-Element namens Tc1 horizontal von Art zu Art übertragen wurde. Welche Folgen das für die betroffenen Arten hat, ist noch unklar. Die Forscher beruhigen: Es müsse nichts Negatives bedeuten, sondern könne sogar positive evolutionäre Effekte haben. Horizontaler Gentransfer spielte bislang laut Lehrmeinung nur eine Rolle bei Bakterien und in der Frühphase der Evolution.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)