16. August 2012
Wikileaks-Gründer Julian Assange ist der zurzeit bekannteste Botschaftsflüchtling. Heute nachmittag hat Ecuador ihm Asyl gewährt. Schon oft haben Verfolgte Schutz in ausländischen Botschaften gesucht. Die Nachrichtenagentur dpa hat einige zusammengetragen.
Der jüngste bekannte Fall ist der des chinesischen Bürgerrechtlers Chen Guangcheng. Im Mai 2012 kann er sich nach 19 Monaten Hausarrest in die US-Botschaft in Peking flüchten. Der Aktivist kann wenige Tage später in die USA ausreisen.
Schon etwas länger liegt der Fall von Erich und Margot Honecker zurück. Der frühere Staatschef der DDR und seine Frau halten sich zwischen 1991 und 1992 in der chilenischen Botschaft in Moskau auf, um den Zugriff der deutschen Justiz zu entgehen. Honecker muss trotzdem in Deutschland vor Gericht, das Verfahren wird wegen seiner Krebserkrankung eingstellt. Das Ehepaar kann nach Chile ausreisen.
Das Gelände, auf welchem sich eine Botschaft befindet, steht durch das Wiener Abkommen unter besonderem völkerrechtlichen Schutz, so dass das Gastgeberland das Botschaftsgelände nicht ohne Einwilligung des Missionschefs betreten darf.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)