17. August 2012

Biologische Erklärungen bringen laut Studie mildere Strafen für Psychopathen

Auf die richtige Verteidigungsstrategie kommt es an. Wenn in den USA Anwälte vor Gericht ihren Mandanten als "Psychopath" beschreiben, bekommt er eine längere Gefängnisstrafe. Liefert der Verteidiger aber zusätzlich eine biologische Erklärung für diese Einschätzung, dann urteilen Richter grundsätzlich milder.

Das haben Forscher aus dem US-Bundesstaat Utah herausgefunden. Sie untersuchten die Beeinflussbarkeit von 181 Richtern, indem sie ihnen einen fiktiven Fall vorlegten - mal mit biologischer Erklärung und mal ohne. Die Studie der Wissenschaftler erschien im Magazin "Science."In den USA hat sie auch eine Debatte über den Einfluss der Hirnforschung auf die Justiz ausgelöst. Einige Experten halten wissenschaftliche Erklärungen für überflüssig. Immerhin sei praktisch alles Verhalten - auch das richtige - biologisch erklärbar. Die anderen dagegen fordern mildere Strafen auch in anderen biologisch erklärbaren Fällen, beispielsweise bei Drogenvergehen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)