20. August 2012

Journalistin Röpke: Weibliche Nazis werden unterschätzt

Die Rolle von Frauen in der Neonazi-Szene wird unterschätzt. Diesen Standpunkt vertritt die Journalistin Andrea Röpke in der "Frankfurter Rundschau". Jahrzehntelang seien Frauen als unpolitische Heimchen am Herd wahrgenommen worden, die in die rechte Szene nur so hineingerutscht seien - zum Beispiel durch die Beziehung mit einem Skinhead. Beate Zschäpe, Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds, sei so ein Fall. Die Medien hätten erst langsam gelernt, das Bild einer Frau, die mit zwei bösen Neonazis zusammenlebte, kritisch zu hinterfragen.

Dabei sind Frauen in der rechten Szene nach Röpkes Erkenntnissen sehr engagiert, treiben die Ideologie der Nazis aktiv voran und beteiligen sich an Straftaten. Die 1994 verbotene Wiking-Jugend habe zu 40 Prozent aus Mädchen und Frauen bestanden.

Andrea Röpke ist Diplom-Politologin und recherchiert als freie Journalistin seit den neunziger Jahren in der rechtsextremen Szene.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)