20. August 2012
"In jüngster Zeit drohen sie der ganzen Welt." Mit diesen Worten kritisiert der bolivianische Kardinal Julio Terrazas die Regierung seines Landes. Diesmal hat es die unabhängige Nachrichtenagentur ANF getroffen, nach eigenen Angaben die älteste des Landes.
Boliviens Regierung hat gegen ANF Strafantrag wegen Verleumdung gestellt. Der Grund: Die Agentur habe Staatspräsident Evo Morales in "vorsätzlicher, skrupelloser, unethischer, feiger und hinterlistiger Art" diffamiert. ANF hatte vergangene Woche berichtet, Morales habe für den Hunger im Osten Boliviens die Faulheit der Menschen verantwortlich gemacht.
Eine Gegendarstellung reichte der Regierung nicht. Sie will gegen ANF klagen. Boliviens Presseverband sieht darin den Versuch, die Presse einzuschüchtern. Beschwerden über journalistische Arbeit seien bisher immer von Verbandsgremien geprüft und Verstöße gegebenenfalls bestraft worden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)