22. August 2012
Heute vor 20 Jahren begannen die Krawalle von Rostock-Lichtenhagen. Nach mehrtägigen Protesten setzten Rechtsextreme ein Ausländerheim in Brand - unter dem Jubel von Zuschauern, die Polizei griff nicht ein. Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer glaubt, dass sich solche kollektiven Krawalle heute nicht mehr wiederholen können. Er sagte der "Frankfurter Rundschau", die Polizei habe dazu gelernt. Aber die Alltagsgewalt sei immer noch gegenwärtig - zum Beispiel würden manche Imbissbesitzer ständig bedroht, trauten sich gar nicht, das anzuzeigen. Außerdem müssten farbige Menschen mit häufigeren Polizeikontrollen rechnen.
Heitmeyer will allerdings dahinter nicht immer nur Rassismus sehen. Bei dem Problem handle es sich um eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die sich auch gegen Homosexuelle, Obdachlose oder Behinderte richte.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)