23. August 2012

Sex ist für Meeresschnecken eine Tortur

Manche mögen's schmerzhaft. Das gilt offenbar auch für die Meeresnacktschnecke. Wissenschaftler der Universität Tübingen haben herausgefunden, dass sie zur optimalen Fortpflanzung brachialen Sex braucht, und zwar in der richtigen Dosis. Die nur wenige Millimeter großen Tiere sind Zwitter. Bei der Paarung sticht der männliche Part den weiblichen zunächst mit einem spritzenähnlichen Penisstab - auch Stilett genannt - in den Bauch und injiziert Prostataflüssigkeit. Dann führt er mit einem sogenannten Dornenpenis sein Sperma ein.

Trotz dieser Prozedur paaren sich die Schnecken nach Beobachtung der Forscher häufiger, als es für die Arterhaltung zwingend nötig wäre. Der Grund ist, dass die Schnecke auf diese Art die meisten Eier legt. Wie schmerzhaft der Sex für die Schnecken ist, versuchen die Wissenschaftler nach Angaben von Projektleiter Nils Anthes noch herauszufinden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)