27. August 2012
Fledermäuse stehen in Europa unter Schutz. Beim Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln wurden die Auswirkungen auf die Tiere aber nicht überprüft. Forscher der Universität Koblenz-Landau haben jetzt in einer Studie gezeigt, dass die Pestizidbelastung von Nahrung zu Langzeiteffekten bei Fledermäusen führen kann. Dazu maßen sie die chemischen Rückstände beispielsweise auf Fliegen und Faltern in einer Obstbaumplantage. Mit diesen Daten berechneten sie verschiedene Szenarien für Fledermäuse.
Das Ergebnis: Wenn sich die Fledermäuse teilweise in der Plantage und teilweise in unbelasteten Gegenden ernährten, sind nach Angaben der Forscher bei einer von sechs betrachteten Arten Langzeiteffekte durch Pestizide nicht auszuschließen. Ernährten sich die Fledermäuse nur in der Plantage, wären es sogar drei von sechs Arten. Die Wissenschaftler fordern deshalb, das Zulassungsverfahren für Pestizide müsse dringend auf Fledermäuse ausgeweitet werden. Bisher gilt es nur für Vögel und Säugetiere.
Die Studie ist im Fachmagazin"Environmental Toxicology and Chemistry" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)