27. August 2012
Berlin könnte bald ein Platzproblem haben - und zwar auf dem islamischen Friedhof am Columbiadamm.
Nach Angaben des Neuköllner Baustadtrats Thomas Blesing, gibt es nur noch 50 freie Grabstellen für Muslime. Der Friedhof am Columbiadamm gilt als wichtigster Bestattungsort für Muslime in Berlin. Eine Erweiterung hatte der Berliner Senat abgelehnt. Darüber zeigte sich die Türkische Gemeinde stark enttäuscht. Bestattungen seien für Muslime dann nur noch im 20 Kilometer entfernten Spandauer Ortsteil Gatow möglich.
Im Islam gelten andere Bestattungsregeln als sie die Gesetze der Bundesländer vorsehen. Während es für Gräber beispielsweise eine gesetzliche Ruhefrist von zumeist 20 Jahren gibt, schreiben die muslimischen Regeln eine "ewige Ruhe" vor. Auf keinen Fall dürften Grabstellen je anders genutzt werden als für Bestattungen. Außerdem besteht bei deutschen Beerdigungen neben dem Friedhofszwang auch meist eine Sargpflicht. Muslime werden dagegen lediglich in Tüchern gewickelt bestattet. Das Land Berlin lockerte daher bereits das Gesetz und schaffte die Sargpflicht für ausgewiesene Grabstellen ab.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)