28. August 2012
Der Menschen bestraft einen Missetäter, auch wenn er nicht selbst von der Tat betroffen ist. Dieses Verhalten ist einem der engsten Verwandten des Menschen, dem Schimpansen, fremd. Das haben Leipziger Zoologen herausgefunden.
Im Fachmagazin "PNAS" schreiben sie, wenn es um Diebstahl gehe, sei dem Affen ein beklauter Artgenosse egal. Für ihr Experiment separierten die Forscher die Tiere in drei Käfigen. Einer der Schimpansen fungierte als Dieb und stahl Essen vom Opfer, während ein Dritter dabei zusah. Dieser hatte die Möglichkeit, den Dieb zu bestrafen.
Die Schimpansen machten davon jedoch keinen Gebrauch. Sie ließen den Dieb mit der Beute ungestraft davonkommen - selbst wenn das Opfer ein Verwandter war. Den Wissenschaftler zufolge ist das ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Bestrafung Dritter erst im Laufe der Evolution zum Menschen entwickelt hat.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)