29. August 2012
Korallen stellen die Welt der Biologie auf den Kopf. In einer Studie der Universität von Hawaii erwiesen sich Korallen, die auf nur eine oder wenige Algenarten angewiesen sind, als besonders widerstandsfähig gegenüber Umweltveränderungen. Normalerweise gelte ein flexibler Organismus als anpassungsfähiger und daher robuster, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". Bei den Korallen sei es offenbar genau umgekehrt.
Korallen leben in enger Gemeinschaft mit einzelligen Algen. Sie produzieren mittels Photosynthese energiereiche Bausteine für den Stoffwechsel der Koralle. Die Koralle wiederum liefert den Algen Schutz und optimale Lebensbedingungen im sonnenreichen Wasser des Riffs. Verliert die Koralle ihre Mitbewohner bleicht sie aus und stirbt. Am untersuchten Moorea-Riff bei Tahiti litten gerade die flexiblen Korallenarten am stärksten unter der Korallenbleiche.
Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnis hilft, das Überleben der Korallen zu sichern. Steigende Meerestemperaturen und die zunehmen Versauerung der Ozeane bedrohen sie ebenso wie Wasserverschmutzung und Schleppnetze.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)