29. August 2012

Nachtfalter und Zugvögel haben einiges gemeinsam

Lange dachte man, wenn Milliarden Insekten im Winter gen Süden fliegen, haben sie einfach die Nase voll von der Kälte.

Man spricht vom Rattenfänger-Effekt. Dem folgten in Hameln auch alle Kinder und kamen nie wieder zurück. Dass einige Insektenarten aber durchaus zurückkommen und davon erheblich profitieren, haben jetzt britische Forscher herausgefunden. Im Fachblatt "PNAS" berichten sie von ihren Radarbeobachtungen der Nachtfalterart Gammaeule. Demnach kommen im Frühling zehn bis 240 Millionen der Insekten ins Vereinigte Königreich. Dort vermehrten sie sich fleißig, und zwar auf das Vierfache ihrer vorherigen Zahl. Im Herbst treten sie die Reise in den Süden an - den Winter in den mittleren Breiten würden sie nicht überleben. Der Sommer im Süden sei aber wiederum zu heiß für die Tiere, daher kehrten sie immer wieder in den Norden zurück.

Die Forscher schlussfolgern, die Langstreckenflüge seien essenziell für das Überleben der Insektenarten. Bisherige Annahmen zu den Wanderflügen müssten komplett überarbeitet werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)