30. August 2012
"Warum sollte man den Organhandel nicht legalisieren?" Das fragt die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulic in einem Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Weltweit gebe es zu wenig Organe zum Transplantieren. Menschen müssten sterben, weil sie zum Beispiel zu lange auf eine Niere warteten. Aber gerade bei Nieren sind theoretisch auch Lebendspenden möglich - denn jeder Mensch hat zwei davon, braucht aber nur eine. Der Verkauf der eigenen, zweiten Niere ist jedoch in vielen Ländern, wie Deutschland, verboten, lediglich eine Spende aus moralischen Gründen ist erlaubt.
Slavenka Drakulic führt als Argument gegen einen legalisierten Organhandel an: Verkäufer wären meist die Armen, Käufer dagegen die Reichen eines Landes. Ihre ursprüngliche Frage: Weshalb sollte man den Organhandel nicht legalisieren - beantwortet sie zwar nicht, fordert aber mehr Anstrengungen und Investitionen in die Transplantationsmedizin.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)