31. August 2012
Heute wird ein Denkmal für Contergan-Opfer enthüllt - doch so richtig freuen können sich gemeinte Opfer nicht.
Sie finden, das sei eine günstige PR-Maßnahme für das Pharma-Unternehmen Grünenthal, den Hersteller des Medikaments. Wie die Sprecherin des Bundesverbandes Contergangeschädigter sagte, ärgerten sich Betroffene darüber, dass ausgerechnet das Unternehmen für das Denkmal zahle. Die Statue in Stolberg bei Aachen geht auf die Initiative eines Betroffenen zurück. Sie stellt ein contergangeschädigtes Mädchen ohne Arme und mit missgebildeten Füßen dar. Das Schlafmittel Contergan hatte in den 60er Jahren einen Medizinskandal verursacht. Der Wirkstoff Thalidomid verursachte Fehlbildungen bei Neugeborenen, wenn die Mütter das Mittel in der Schwangerschaft eingenommen hatten. 1970 musste die Firma Grünenthal 100 Millionen Mark an Betroffene zahlen.
Auch heute gibt es noch Klagen: Erst im Juli hatten mehrere Betroffene in Australien eine Sammelklage gegen das Pharmaunternehmen eingereicht. Der Vorwurf: Grünenthal solle über zwei Jahre Warnungen vor den Nebenwirkungen ignoriert haben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)