31. August 2012
Was haben das Video einer Klavier spielenden Katze im Netz und eine Grippeepidemie gemeinsam? Sie verbreiten sich erst in einem kleinen Kreis von Menschen, dann aber sprunghaft und nahezu unkontrolliert. Dieses Phänomen versuchen Wissenschaftler der Universität Göttingen in einem Modell zu erklären. Ihre Annahme ist, dass sich normalerweise Menschen erst Gleichgesinnte als Freunde suchen und dann langsam Freundeskreise bilden.
Zum Beispiel in einem Internetnetzwerk finden Menschen aber nicht mehr zufällig zueinander, sondern werden nach bestimmten Regeln zueinander gebracht. Das sorge für eine neue Dynamik, die am Ende unkontrollierbar sei. Schneller als im echten Leben werde eine Gruppe dadurch dominant - das Katzenvideo habe plötzlich Kultstatus.
Im Magazin "Physical Review X" beschreiben die Wissenschaftler das bildlich mit einer Teufelstreppe. Eine Kugel springe erst noch langsam hohe Stufen hinab. Die werden dann immer kleiner bis die Fläche schließlich eben sei und die Kugel rolle.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)