5. September 2012

Schmetterlingsraupen reagieren auf Sexuallockstoffe

Sie sind ein bisschen jung für Sex, aber er ist schon Thema. Schmetterlingsraupen einer Eulenfalterart vom Mittelmeer reagieren offenbar auf Sexuallockstoffe - und das, obwohl sie mit Paarung noch nichts zu tun haben. Französische Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass der Duftstoff den Raupen geeignetes Futter anzeigt. Sie berichten im Fachmagazin "Nature Communications", dass die Larven sich im Test immer für bestimmtes Futter entschieden - und zwar für die Probe, die vorher mit dem Duft eines Weibchens behandelt worden war.

Die Wissenschaftler des französischen Nationalinstituts für landwirtschaftliche Forschung in Versailles haben für dieses Verhalten eine Erklärung. Sie vermuten, dass erwachsene Schmetterlings-Weibchen ihre Duftstoffe auf Blättern hinterlassen. Die Raupen erkannten dann einfacher, was als Futter geeignet sei. Denn bei den Larven seien die Richsensoren auf den Fühlern noch nicht genug ausgeprägt, um komplexe Pflanzendüfte entschlüsseln zu können.

Nach Angaben der Forscher können die Lockstoffe der Schmetterlinge beim Pflanzenschutz genutzt werden. Zum Beispiel, um Raupen von Kulturpflanzen wegzulocken.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)