5. September 2012
Entwicklungsländer werden immer stärker durch die Auswirkungen von Chemikalien aus Industrieländern geschädigt. Das hat das UNO-Umweltprogramm UNEP in einem Bericht festgestellt, der heute in Nairobi vorgestellt wurde.
Darin heißt es, in vielen Entwicklungsländern seien die Gesetze zu Umweltschutz und Gesundheit weniger streng als in Industrieländern. Das nutzten diese aus und ließen dort ihre giftigen Chemikalien herstellen und einsetzen. Von den geschätzten 140.000 Chemikalien auf dem Markt sei nur ein Bruchteil auf mögliche Folgen für Gesundheit und Umwelt untersucht worden, so der UNEP-Bericht. An Vergiftungen durch solche Substanzen in Industrie oder Landwirtschaft würden jährlich mehr als eine Million Menschen sterben.
Das UNO-Umweltprogramm warnte, die Chemikalien-Produktion werde bis zum Jahr 2020 allein in Afrika und im Mittleren Osten um 40 Prozent zunehmen. Deshalb müssten mehr Chemieabfälle recycelt, sicherere Alternativen zu besonders giftigen Stoffen entwickelt und das illegale Dumping von Giftmüll unterbunden werden.
UNEP steht für United Nations Environment Programme.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)