6. September 2012
Wir befinden uns in einem beständigen Versuch, das moderne Versprechen einzulösen, man selbst zu sein. So beschreibt es die Soziologin Eva Illouz in der Wochenzeitung "Die Zeit". Dieser Versuch bedeute harte Arbeit und koste viel Geld. Denn die Wahrhaftigkeit gegenüber dem inneren Selbst ist laut Illouz ökonomisch machtvoll, weil unsere Konsumentscheidungen darauf beruhen. Und ihre Gesprächspartnerin, die Historikerin, Ute Frevert fügt hinzu, wir wüssten, dass wir Kinder der Verhältnisse seien und fügten uns in soziologische Muster. Laut Frevert wollen Menschen doch unbedingt unverwechselbar, einzigartig und nah an ihren Gefühlen und Bedürfnissen sein. Das sei moderne Sisyphusarbeit. Wenn man sich das klar mache, habe man schon die Hälfte des mentalen Trainings geschafft, das einem helfe, innerlich immer wieder Abstand zu gewinnen und ironischer und gelassener damit umzugehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)