6. September 2012
Das menschliche Erbgut hatte für Forscher lange nur ein paar wichtige Abschnitte: die Gene. Die großen Abschnitte dazwischen hielten sie für sinnlos und nannten sie "Junk-DNA".
Aber jetzt haben Wissenschaftler im internationalen Mammut-Projekt "Encode" festgestellt, dass mehr als 80 Prozent des menschlichen Erbguts eine Aufgabe hat. Junk-DNA gibt es demnach kaum. Stattdessen bildet der vermeintlich unwichtige Rest einen gewaltigen Steuerapparat für die Abläufe in den Zellen. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler, nachdem sie in einer "Enzyklopädie der Erbgutelemente" erfasst hatten, welche Funktion die etwa drei Milliarden Basenpaare der menschlichen DNA haben.
Die Folgen für die Medizin sind demnach groß: Das Projekt erweitere das Wissen über Krankheiten, bei denen genetische Faktoren eine Rolle spielen und sei eine wachsende Ressource für neue Ansätze in der Biomedizin, schreibt das "Encode"-Konsortium in "Nature".
Zu den bisherigen Ergebnissen des "Encode"-Projekts sind rund 30 Beiträge in Fachjournalen erschienen, darunter ein Übersichts-Artikel in "Nature". Insgesamt sind mehr als 440 Forscher aus über 30 Instituten beteiligt. Die Rohdaten des Projekts sind frei zugänglich.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)