6. September 2012
Die Pharaonen der 18. Dynastie, zu denen zum Beispiel Tutanchamun gehörte, hatten viele Gemeinsamkeiten. Sie starben früh, hatten auffällig weibliche Gestalten und phäufig Unfälle. Forscher vom Imperial College London haben jetzt eine Theorie aufgestellt, die diese Gemeinsamkeiten erklärt. Die Pharaonen sollen eine Schläfenlappen-Epilepsie gehabt haben. Das ist noch heute die häufigste Form der Epilepsie bei Erwachsenen.
Patienten mit Epilepsie haben nach Angaben der Forscher ein erhöhtes Sterberisiko. Außerdem sei der betroffene Schläfenlappen mit Teilen des Gehirns verknüpft, die auch die Freisetzung von Geschlechtshormonen regeln. Bei Männern könne der veränderte Hormonspiegel zu weiblichen Körperformen führen.
Ein weiteres Indiz seien Berichte über religiöse Visionen der Pharaonen. Von der Epilepsie sei bekannt, dass sie Halluzinationen auslösen könne. Einige Patienten berichten nach Krampfanfällen auch von starken religiösen Gefühlen. Die Studie ist im Fachmagazin "Epilepsy & Behavior" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)