7. September 2012

Hantaviren: Molekulare Signatur entschlüsselt

Vor wenigen Jahren war das Virus fast unbekannt, heute gehört es zu den fünf häufigsten meldepflichtigen Viruserkrankungen. Die Rede ist vom Hantavirus. Diese Viren werden von bestimmten Mäusearten auf den Menschen übertragen. Deutschen Wissenschaftlern ist es gelungen, die molekulare Signatur der Hantaviren aufzuklären. Wie die Forscher im Fachjournal "Emerging Infectious Diseases" schreiben, lassen sich durch die Ergebnisse künftig die Erbinformationen des jeweiligen Virusstammes einzelner Patienten mit einem neu geschaffenen Register der kursierenden Hantaviren vergleichen. So könne ein Virusstamm eines Patienten genau einem Risikogebiet in Deutschland zugeordnet werden. Das werde helfen, die Krankheit präziser zu definieren und zu verstehen.

Das Robert-Koch-Institut hat in diesem Jahr bislang mehr als 2.000 dieser Krankheitsfälle in der Republik registriert - so viele wie nie zuvor. Ehemalige Besucher des Yosemite-Nationalparks in den USA werden auch gerade mit der Krankheit konfrontiert. Mittlerweile wurden über 22.000 ehemaligen Gästen Warn-Emails geschickt. Der Grund: Im Yosemite geht das Hanta-Virus um. Drei Besucher sind an der Krankheit gestorben, fünf weitere sind infiziert. Sie sind vermutlich in Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Mäuse gekommen.

Das Virus ist nach dem Fluss Hantan in Südkorea benannt. Während des Koreakrieges in den 50er Jahren erkrankten mehr als 3000 US-Soldaten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)