11. September 2012
In deutschen Schulen ist das Maß aller Dinge das Mittelmaß. Diese These vertritt der Vorsitzende des Internationalen Centrums für Begabungsforschung an der Uni Münster, Christian Fischer.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "dapd" kritisiert er, dass zu wenig für die Förderung von Hochbegabten getan werde. Deutschland habe eine Mittelmaßorientierung. Auch für Kinder mit Lernschwierigkeiten gebe es viele Angebote. Die Förderung Hochbegabter dagegen habe immer noch das Geschmäckle einer Elite-Förderung. Fischer meint, dass es in den skandinavischen Ländern besser läuft. Auch arabische Länder hätten erkannt, dass nicht die Erdölvorräte ihre dauerhafte Ressource seien, sondern die Begabungen ihrer Kinder.
Der Forscher fordert unter anderem, Senioren flächendeckend in den Schulen als Mentoren einzusetzen. Diese könnten auch hochbegabte Migranten fördern. Das Thema steht auch im Mittelpunkt einer Tagung von morgen bis Freitag in Münster. 1.000 Wissenschaftler aus 43 Ländern sprechen über die neuesten Erkenntnisse der Begabungsförderung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)