11. September 2012
Wenn ein Arzt einem Patienten ein wirkungsloses Medikament gibt und sagt, dass es hilft, kann es zu einem Placebo-Effekt kommen. Dem Patienten geht es besser, obwohl er eine Scheinarznei zu sich nimmt.
Funktioniert der Placebo-Effekt aber auch, wenn der Arzt nur durch seine Körpersprache, also unterschwellig signalisiert, dass das Medikament helfen werde? Ja, sagen internationale Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). Das belege ein Experiment des Forscherteams. Dabei hatten die Versuchsteilnehmer gelernt, ein bestimmtes Gesicht mit einem schmerzhaften, ein anderes mit einem harmlosen Hitzereiz zu verbinden. Im eigentlichen Test erschienen die Gesichter auf einem Bildschirm jeweils nur so kurz, dass die Probanden sie nicht bewusst wahrnehmen konnten. Dennoch werteten sie den Hitzereiz mal als schmerzhaft, mal als angenehm - obwohl die Temperatur der Hitzesonde die ganze Zeit die gleiche war.
Bislang sei man davon ausgegangen, dass die Auslöser für Placebo-Effekte bewusst wahrgenommen werden müssen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)