11. September 2012
Das Schicksal einer Ameisenkönigin ist eigentlich vorgezeichnet. Wenn sie ausgewachsen ist geht sie auf Hochzeitsflug, paart sich, wirft dann ihre Flügel ab und gründet einen eigenen Staat. Gelingt das nicht wird sie von ihren Artgenossen gefressen. So wird die in ihrem Körper gespeicherte Energie wieder für die Kolonie nutzbar gemacht. Nicht so bei den Blattschneiderameisen der Gattung Acromyrmex. Forscher konnten beobachten, dass Jungköniginnen dieser Art, die ihre Flügel vorzeitig verlieren, sozusagen umschulen. Statt einen eigenen Staat zu gründen verteidigten sie das Nest gegen Angreifer und pflegten die Brut.
Eine mögliche Erklärung ist nach Ansicht der Forscher, dass sich die Art von einem speziellen Pilz ernährt. Deshalb könnten die Tiere die Fähigkeit verloren haben, Fleisch zu verdauen. Es sei somit kein Vorteil für die Kolonie, die Jungkönigin zu fressen. Besser sei es, wenn sie sich anderweitig nützlich mache. Die Studie ist im Fachmagazin "Current Biology" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)