12. September 2012

Judith Butler erhält Adorno-Preis - Proteste jüdischer Einrichtungen

Sie ist Philosophin, Philologin und Feministin: die US-Amerikanerin Judith Butler. In der Frankfurter Paulskirche hat sie gestern den Theodor-W.-Adorno-Preis erhalten. In der Laudatio wurden ihre Werke als Meilensteine der Geschlechterforschung bezeichnet. Butler rief in ihrer Rede zum Protest gegen soziale Ungerechtigkeit auf.

Die Preisverleihung war im Vorfeld vom Zentralrat der Juden in Deutschland und der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt kritisiert worden. Sie warfen Butler unter anderem vor, einen Boykott Israels zu unterstützen und Hamas und Hisbollah als legitime soziale Bewegungen zu betrachten. Butler hatte die Vorwürfe als Missverständnisse und Denunziationen zurückgewiesen.

Der Theodor-W.-Adorno-Preis wird seit 1977 von der Stadt Frankfurt vergeben, zur Anerkennung herausragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Film und Theater. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)